In seiner Reihe im Jazzclub Kazzwoo öffnet Stephan Pfalzgraf jeden ersten Mittwoch im Monat seine Wunderkammer.
Es geht um Fragestellungen wie: Wie verbindet man Musik und Sprache? Wie kann eine einzelne Idee entfaltet werden? Was hat Kunst zu leisten – Soll sie unterhalten, informieren, erheben?

Das wichtigste Element dabei: Improvisation.
Das Publikum wird durch seine Anwesenheit zum Komplizen eines Moments, der niemals wiederholt werden wird.

Nächste Lӛsung:

1. Juni 2022 20:00 Uhr Die Lӛsung #11 im Jazzclub Kazzwoo Mannheim 

Zur nächsten Ausgabe (#11):

Die Lӛsung #11: „Ästhetische Aufrüstung – Beiträge zu Konzeption und Bau einer chromatischen Bombe“

Endlich wird wieder aufgerüstet. Die Künstler sind noch ein bisschen bewegungsfaul, aber die Veranstalter haben ja schon vorgelegt und Konzerte aufgrund der Herkunft der Komponisten und Musiker abgesagt. Wir sagen: Gut so! Davon kann man lernen! Und jetzt wird es Zeit, dass auch die Künstler selbst sich fragen, auf welcher Seite sie stehen: Gut oder Böse? Dann stellt sich die nächste Frage: Wie kommen wir dem Bösen bei? Ist Kunst nicht ziemlich wirkungslos? Mitnichten! Herr Prof. Dr. Dr. Franz Apfelghast hat die Lӛsung: In intensiver Forschungsarbeit hat er eine Möglichkeit gefunden, wie man Musik zu einer tödlichen Waffe umfunktionieren kann. Dann wird es endlich möglich, Menschen auch mit Kunst zu eliminieren. Wir konnten Herrn Prof. Dr. Dr. Apfelghast für einen Vortrag zum Thema „Ästhetische Aufrüstung – Beiträge zu Konzeption und Bau einer chromatischen Bombe“ gewinnen. Freuen Sie sich auf einen gewinnbringenden Abend!

Stephan Pfalzgraf als Prof. Dr. Dr. Franz Apfelghast an Klavier, Mikrofon und Powerpoint-Präsentation

  1. Juni 2022, 20:00 Uhr, Jazzclub Kazzwoo Mannheim

Die Lӛsung #10: The Piano Battle – Swing Game

Wer nicht gefällt, muss zu den Löwen! Acht der besten Pianistinnen und Pianisten Mannheims sind in der Arena! – ein falsches Tönchen kann den Tod bedeuten! Sie alle hatten einen Monat Zeit, um den selben Song zu lernen: Den wohl schönsten aller Standards (welcher das genau ist, bleibt geheim). Keine Sorge: Langeweile kommt da keine auf, denn jedes Mal erklingt das Stück in völlig neuem Stil. Auf jedem Tisch befindet sich ein Knopf, mit denen das Publikum die Falltür in der Bühne öffnen kann. Wie im alten Rom. – Ok, das ist vielleicht gelogen. Unterhaltsamer als Squid Game ist das Swing Game allemal. Teilnehmer:

Justin Zitt, der juvenile Jungspund mit den flinken Fingern
Clara Vetter, die Meisterin des freien Spiels und filigraner Klangstrukturen (Gast aus Stuttgart)
David Heiner, der Hansdampf in allen Gassen: Klassik, Pop und Jazz hat er bereits gewonnen.
Lukas Derungs, Groove-Genie, Zen-Mönch und Rapmusik-Legende
Nicolai Daneck, ehemaliges Wunderkind und jetziger Jazzpolizeidirektor
Luiz Blumenschein, der hochrenommierte brasilianische Korrepetitor und Improvisator
und Stephan Pfalzgraf (macht auch mit)
außerdem Juliana Blumenschein (Gesang) und Anastasia Churbanova (freie Improvisation)

Ausgabe #9 :

Hereinspaziert, hereinspaziert! Mannheims Kultur-Impressario Stefano Conte Palatinado bringt die Sensation in die Stadt! Dr. Pfalzensteins Weltberühmtes Marionetten-Orchester spielt auf! Nicht etwa Marionetten, die spielen wie Menschen – sondern Menschen, die wie Marionetten spielen! Durch magnetistisch-mesmeristische Hypnosetechniken und -Apparaturen hat Pfalzenstein sich die besten Musiker der Welt unterworfen und so ein Orchester zusammengestellt, welches seinem unbedingten Willen unterworfen ist. Endlich ist es einem Künstler gelungen, seine eigene Vision umzusetzen – kein nerviges Diskutieren mit aufmüpfigen, unvorbereiteten Musikern mehr, keine Gagenansprüche, keine Kompromisse! Es ist der Traum eines jeden Künstlers, der hier wahr wird. Und natürlich der Traum des Publikums: keine Star-Allüren, keine nervigen emotionalen Ausbrüche, perfekte Ausführung, so viele Zugaben wie das Publikum wünscht! Das Marionettenorchester arbeitet mit dämonischer Kraft bis zur völligen Erschöpfung – und das ohne Murren! Zwischenfälle wie die Entwicklung eines eigenen Willens und eine Rebellion der Marionetten sind mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen!

6. April 2022, 20:00 Uhr c.t.
Kazzwoo Mannheim

Catalina Geyer – Mezzo-Sopran
Carolina Blumenschein – Geige
Jakob Obleser – Kontrabass
Stephan Pfalzgraf – Klavier

Einführungs-Show: Arno the Breakdancer

Zum Konzept:

Musiker brauchen ein gutes Gehör: Sie können den Melodien anderer Musiker im Abstand weniger Millisekunden folgen. Die Lӛsung #9 erkundet die Möglichkeiten der Synchronisation zwischen einzelnen Spielern. In der allgemeinen Wahrnehmung steht die improvisatorische Interaktion von Jazzmusikern der ausführenden, agogisch-dynamischen Interaktion der klassischen Musiker gegenüber. Was, wenn sich in der Mitte dieser beiden Pole ein gemeinsames Zentrum befände? Eine Art uralte imitatorische Heterophonie, welche beide Elemente vereint; und was, wenn sich durch diesen Rekurs auf die Urform des gemeinsamen Musizierens ein quasi-hypnotischer Zustand einstellte, der auch das Publikum in seinen Bann zieht?

Wie immer ist die Verbindung von Anspruch und Unterhaltung zentrales Element der „Lӛsung“. Und wie immer ist Improvsiation der modus operandi. Alles kann gelingen, alles kann scheitern. So erhält der Abend eine Frische, die keine Netflix-Show jemals erreicht.

www.stephanpfalzgraf.de

 

 

Ausgabe #8 : Welt-Exegese

Kommentarspur (parallel mit dem Video starten)

In der aktuellen Ausgabe der Lӛsung kommentiert Pfalzgraf auf pianistische und literarische Weise seine Kollegen, andere Medien und sich selbst. Und er wird kommentiert, von Kollegen, der Stimme aus dem Off und natürlich von Ihnen, liebes Publikum!

» bisweilen erscheint es dem wanderer, als sei dieser berg überzogen von einer grünen haut, und als sei die natur überhaupt nichts anderes als ein grüner, in der ferne bläulich verblassender überzug auf dem gestein; und dann wieder denkt es ihn, dass ja auch die vegetation nichts anderes ist als eine komplexere organisationsform von gestein, wenn man so will. was ist eine pflanze anderes als ein lebender, wachsender stein? und demnach, so denkt es ihn, konnte man die natur begreifen als etwas, das sich selbst kommentiert, indem sie sich mit immer neuen und immer komplexeren schichten ihrer selbst überzieht. alles was ist, eine einzige anmerkung zur aussage: planet erde. auf dem flüssigen kern sitzen immer festere, geformte gesteinsschichten, darauf wachsen pflanzen als überzug, und sie unterscheiden sich nur durch ihre baupläne. Ihre bestandteile sind die selben elemente. und von diesen pflanzen ernähren sich die tiere, die ihrerseits lediglich ein belag auf den pflanzen sind, und kommentieren jene, indem sie sie anbauen und stutzen. und an den stränden liegen die tiere, wie ornamente derselben, wie laufende hunde und mäander, menschenmaßwerk. und wenn die tiere und pflanzen sterben, geben sie wiederum einen schlichteren kommentar ab in form ihrer bestandteile, werden zu öl oder kohle, aus denen dann andere tiere abermals ornamente in form von leuchtendem rauch und rasendem metall schaffen werden.«

Stephan Pfalzgraf : Piano und Text
Gäste : Anastasia Churbanova, Jan Dittmann, Johannes Hamm

 

Ausgabe #7

Die Lӛsung #7 – Klavier- und Textimprovisation

Die Lӛsung ist ein Ort der Inspiration, der Kontemplation, der Ästhetik: Nie weiß man, was auf einen zukommt, jedesmal verlässt man den Ort anders, als man ihn betreten hat. Einmal im Monat konfrontiert Pfalzgraf sein Publikum und sich selbst mit einer Aufgabe, einem Problem, einem Geistesblitz – aus welchem dann ein ganzes abendfüllendes Werk erwächst. Dieses mal wird es noch kompromissloser, noch reduzierter, noch schöner: Denn die Pandemie hat den Künstler kreativ bis auf den letzten Tropfen ausgesogen. Er hat kein Konzept, an dem er sich festhalten kann, keine Partner, die ihm die Bälle zuspielen. Zehn Finger, ein Flügel, ein Mikrofon. Mehr ist da nicht, und doch liegt gerade darin die große Chance: ein Werk aus reinstem Nichts zu schaffen, sich selbst an den Schnürsenkeln aus dem Sumpfe ziehen.

 

 

Ausgabe #6:

Freunde des gepflegten Ball- und Ton-Sports, es ist soweit!
Die Regionalliga in der Kategorie Klavier-Improvisation Herren Ü30 kommt aus der Sommerpause. Allein aufgrund der Skurrilität der Disziplin „Klavierimprovisation“ kann Stephan Pfalzgraf mit Konkurrenzlosigkeit rechnen. Das wird ihm aber nicht viel helfen, denn die beinharten Tonsportexperten Michi Schreiner und Jan „Didi“ Dittmann kleckern nicht, sie holzen. Was da aus der Pressetribüne auf den Sportsfreund einprasselt, ist fast schon Angriffspressing. Mit Sachverstand und Sprachwitz kommentieren sie das Spielgeschehen auf dem Rasen – pardon – den Tasten – und heizen dem Spieler gehörig ein.

Die Grundidee der Veranstaltung besteht darin, mittels eines Kommentars durch Musiker, die sowohl im musiktheoretischen als auch im sportlichen Kontext bewandert sind, komplexe musikalische Sachverhalte verständlich zu machen. Improvisierte Musik lebt von der Anteilnahme des Publikums; doch während die Kunstform durch hohen Anspruch an Perfektion im 20.Jahrhundert in Vergessenheit geraten ist, hat sie sich auch weiterentwickelt, sodass es sinnvoll wird über ein didaktisches Element für Vermittlung zu sorgen. So wird es sowohl dem interessierten Laien als auch dem Musiklieberhaber möglich, eine hochkomplexe Musik als gute Unterhaltung zu genießen.

 

Ausgabe #5:

Ausgabe #4:

Ausgabe #3:

Ausgabe #2:

Ausgabe #1:

(Die Lesung, Die Lösung, Was ist Die Lӛsung? Was ist die Lësung?)