Wort- und Tonkünstler

Die Lösung

In seiner Reihe im Jazzclub Kazzwoo öffnet Stephan Pfalzgraf jeden ersten Mittwoch im Monat seine Wunderkammer.
Es geht um Fragestellungen wie: Wie verbindet man Musik und Sprache? Wie kann eine einzelne Idee entfaltet werden? Was hat Kunst zu leisten – Soll sie unterhalten, informieren, erheben?

Das wichtigste Element dabei: Improvisation.
Das Publikum wird durch seine Anwesenheit zum Komplizen eines Moments, der niemals wiederholt werden wird.

Nächste Lösung:

7. Dezember 2022 Einlass: 20:00 Uhr Beginn: 20:30 Uhr 
Die Lösung #16
im Jazzclub Kazzwoo Mannheim 

 

nächste Ausgabe: am 7. Dezember
Die Lösung #16: Apocalypse Workshop

In diesem Workshop bauen wir mittels eigens zu diesem Zweck entworfener Yoga-Übungen und Affirmationen Resilienz gegen den drohenden Weltuntergang auf. Denn es steht zu lesen:

1 DJs ist die Offenbarung Stephani / die jm die Göttin gegeben hat / seinem Publikum zu zeigen / was in der kürtz geschehen sol / Vnd hat sie gedeutet / vnd gesand durch seinen Engel / zu seinen knechten / 7 Sihe sie kompt mit den wolcken / vnd es werden sie sehen alle Augen / vnd die sie gestochen haben / vnd werden heulen alle Gender der Erden / Ja / Omen / 8 Jch bin die null und die eins / das end vnd der anfang / spricht die DAme / die da ist / vnd die war / vnd die kompt / die Allmechtige / 9 JCH Pfalzgraf / der auch ewer Bruder vnd Mitgenos am trübsal ist / vnd am Reich / vnd an der gedult Christian Drosti / war in der Jnsulen die heisst Mannenheim / vmb des wort der Göttin willen / vnd des zeugnis Gretae Thunbergae / 10 Jch war im geist an der DAme tag / vnd hörete hinder mir eine grosse stim / als einer E-Gitarren / 11 die sprach / Jch bin die null und die eins / die Letzt vnd die Erst. Vnd was du sihest / das schreibe in einen Tweet / vnd sende es zu den gemeinen in Europa / gen Vkrianen / vnd gen Russlandt / vnd gen das Franckenreich / vnd gen Teutschlandt / vnd gen Moldawien / vnd gen Transnistrien / vnd gen Columbiam / 12 VND ich wand mich vmb / zu sehen nach der stim / die mit mir redet. Vnd als ich mich wand / sahe ich sieben gülden Instrumente / 13 vnd mitten vnter den sieben Instrumenten eines / das war der menschen Tochter gleich / die war angethan mit einem Soldatenkittel / vnd begürtet vmb die brust mit einem gülden Munitionsgürtel / 14 Ihr Heubt aber vnd ihr Har war weis / wie weisse wolle / als der schnee. Vnd ire Augen wie ein fewerflamme / 15 vnd also begann das Spectaculum…

 

Am 2. November: Die Lösung #15: Wannwann, Wowo, Dada

Einmal iM Monat war es wieder soWeit geWesen zu sein: kleingesTampfte Tonkaskaden rann(T)en hinauf ins OberststÜbchen, schOben dOrt drOben die birnenfOrmangepassten Strassdamen durchs Fenster, aus weLchem sie schrei(t)end herausFa(l)lterten, Flügel aufspalteten: Gestalten extraOrdinärer SchnÖseligkeit erhOben sich erhAben in den HErr(bst)lichen Himmel. DrUnten auf dem Messplatze stand ein gelbes U-Boot-Klavier, welches per GrammOphon amplifiziert, von 1 rüden Kater gespielt und von Chopin’schen Mazurken durchwirkt, die Aufmerksamkeit der strAcken herbeistrAbanzten tÄnzelenden MÄnge(l) beAnspruchte. Lustig war’s nicht, dafür aber nAcht.

Gatalina Ceyer
Sjbarne Iztanmm
Shakrina Krianguva

 

 

 
 

Ausgabe #14: River Flows In You – Stephan Pfalzgraf ZERSTÖRT die schlechtesten Klavierstücke aller Zeiten

„River Flows In You“, der Walzer aus „Die Wunderbare Welt der Amélie“, „Ballade pour Adeline“ und so ziemlich alles von Ludovico Einaudi – es gibt Stücke, die so furchtbar sind, dass sich nichteinmal die Folterknechte in Guantanamo getrauen, sie zur seelischen Zermürbung ihrer Opfer einzusetzen. Jahrelang hat sich Stephan Pfalzgraf von seinen Klavierschülern überreden lassen, diese Stücke mit ihnen einzustudieren – bis er schließlich bei einer besonders „emotionalen“ Schüler-Interpretation von „Für Elise“ eine Panikattacke bekam. Nach zwei Jahren geschlossener Anstalt sind sich die Psychiater nun sicher: Er kann seine mentale Stabilität nur wiedererlangen, indem er jedes einzelne dieser Machwerke musikalisch zerstört. Zu diesem Zweck hat Pfalzgraf einen Altar vorbereitet, eine Art aztekischen Opfertisch, mit dessen Hilfe er die Stücke spielen und musikalisch auseinandernehmen kann. Er reichert sie dann mit neuen Tönen, anderen Rhythmen an, und versucht sich an der schier unmenschlichen Aufgabe, ihnen durch Neuinterpretation musikalischem Sinn zu entlocken. Dies, behaupten die Ärzte, ist seine letzte Chance der geistigen Umnachtung zu entkommen.
Leiden auch Sie unter Neurosen, Wahn- oder Zwangsvorstellungen durch den Genuss solcher Stücke? Unterziehen Sie sich der pfalzgrafschen Musiktherapie. Sie werden es in jedem Fall bereuen!

 

Ausgabe # 13: Abenteuer – Ein Klaviermusikdrama

Furchtbar, wenn man einen Roman fertig geschrieben hat: Die vielen liebgewonnenen Figuren sind mit einem mal für immer verschwunden, eingesperrt zwischen zwei Buchdeckeln. Was tun? Man könnte sich von Kollege Richard Wagner („Der Ring des Nibelungen“) inspirieren lassen und Melodien für jede Figur (Leitmotive) komponieren, die man dann in Klaviermusik zum klingen bringt! Jede Melodie steht für ihre Figur, und in der Musik verbinden sie sich miteinander, verwandeln sich, passen sich den wechselnden Harmonien und Rhythmen an. So leben die Protagonisten in der Musik ein bisschen weiter. (Das Buch muss man übrigens nicht kennen, so wie ja auch die wenigsten Wagnerianer das Nibelungenlied auf Mittelhochdeutsch gelesen haben.) Wie immer ist bei Pfalzgraf alles improvisiert. Die Motive werden zusammen mit dem Publikum aufgespürt, damit man der musikalischen Entwicklung folgen kann. Und dann sind die Zuhörer eingeladen, selbst mitzukomponieren: Indem sie dem Pianisten die Leitmotive zurufen, können sie in das Geschehen des „Klaviermusikdramas“ eingreifen.

 

Ausgabe #12 – Popsongs in Sonatenform

Es ist Sommer. Pfalzgraf spielt Popsongs. Aber es wäre nicht die L(ö/e)sung, wenn hier einfach nur Piano-Covers vorgetragen würden. Pfalzgraf nimmt die größten Melodien der Popgeschichte und spielt sie auf ganz besondere Weise: in Sonatenform. Quasi so, wie Mozart und Beethoven sie vorgetragen hätten. Und damit das auch verständlich wird, gibt’s noch einen kleinen Vortrag darüber was das eigentlich ist, eine Sonatenform. Es ist Sommer. Spielen wir Popsongs. In Sonatenform.

 

 

Ausgabe #11: „Ästhetische Aufrüstung – Beiträge zu Konzeption und Bau einer chromatischen Bombe“

Besuchen Sie die Online – Ausstellung!

Es gab auch Musik, die aber für die Veranstaltung eher nebensächlich ist:

Endlich wird wieder aufgerüstet. Die Künstler sind noch ein bisschen bewegungsfaul, aber die Veranstalter haben ja schon vorgelegt und Konzerte aufgrund der Herkunft der Komponisten und Musiker abgesagt. Wir sagen: Gut so! Davon kann man lernen! Und jetzt wird es Zeit, dass auch die Künstler selbst sich fragen, auf welcher Seite sie stehen: Gut oder Böse? Dann stellt sich die nächste Frage: Wie kommen wir dem Bösen bei? Ist Kunst nicht ziemlich wirkungslos? Mitnichten! Herr Prof. Dr. Dr. Franz Apfelghast hat die Lӛsung: In intensiver Forschungsarbeit hat er eine Möglichkeit gefunden, wie man Musik zu einer tödlichen Waffe umfunktionieren kann. Dann wird es endlich möglich, Menschen auch mit Kunst zu eliminieren. Wir konnten Herrn Prof. Dr. Dr. Apfelghast für einen Vortrag zum Thema „Ästhetische Aufrüstung – Beiträge zu Konzeption und Bau einer chromatischen Bombe“ gewinnen.

Zu den Bildern

 

Die Lӛsung #10: The Piano Battle – Swing Game

Wer nicht gefällt, muss zu den Löwen! Acht der besten Pianistinnen und Pianisten Mannheims sind in der Arena! – ein falsches Tönchen kann den Tod bedeuten! Sie alle hatten einen Monat Zeit, um den selben Song zu lernen: Den wohl schönsten aller Standards (welcher das genau ist, bleibt geheim). Keine Sorge: Langeweile kommt da keine auf, denn jedes Mal erklingt das Stück in völlig neuem Stil. Auf jedem Tisch befindet sich ein Knopf, mit denen das Publikum die Falltür in der Bühne öffnen kann. Wie im alten Rom. – Ok, das ist vielleicht gelogen. Unterhaltsamer als Squid Game ist das Swing Game allemal. Teilnehmer:

Justin Zitt, der juvenile Jungspund mit den flinken Fingern
Clara Vetter, die Meisterin des freien Spiels und filigraner Klangstrukturen (Gast aus Stuttgart)
David Heiner, der Hansdampf in allen Gassen: Klassik, Pop und Jazz hat er bereits gewonnen.
Lukas Derungs, Groove-Genie, Zen-Mönch und Rapmusik-Legende
Nicolai Daneck, ehemaliges Wunderkind und jetziger Jazzpolizeidirektor
Luiz Blumenschein, der hochrenommierte brasilianische Korrepetitor und Improvisator
und Stephan Pfalzgraf (macht auch mit)
außerdem Juliana Blumenschein (Gesang) und Anastasia Churbanova (freie Improvisation)

 

Ausgabe #9 : Das Marionetten-Orchester

Hereinspaziert, hereinspaziert! Mannheims Kultur-Impressario Stefano Conte Palatinado bringt die Sensation in die Stadt! Dr. Pfalzensteins Weltberühmtes Marionetten-Orchester spielt auf! Nicht etwa Marionetten, die spielen wie Menschen – sondern Menschen, die wie Marionetten spielen! Durch magnetistisch-mesmeristische Hypnosetechniken und -Apparaturen hat Pfalzenstein sich die besten Musiker der Welt unterworfen und so ein Orchester zusammengestellt, welches seinem unbedingten Willen unterworfen ist. Endlich ist es einem Künstler gelungen, seine eigene Vision umzusetzen – kein nerviges Diskutieren mit aufmüpfigen, unvorbereiteten Musikern mehr, keine Gagenansprüche, keine Kompromisse! Es ist der Traum eines jeden Künstlers, der hier wahr wird. Und natürlich der Traum des Publikums: keine Star-Allüren, keine nervigen emotionalen Ausbrüche, perfekte Ausführung, so viele Zugaben wie das Publikum wünscht! Das Marionettenorchester arbeitet mit dämonischer Kraft bis zur völligen Erschöpfung – und das ohne Murren! Zwischenfälle wie die Entwicklung eines eigenen Willens und eine Rebellion der Marionetten sind mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen!

6. April 2022, 20:00 Uhr c.t.
Kazzwoo Mannheim

Catalina Geyer – Mezzo-Sopran
Carolina Blumenschein – Geige
Jakob Obleser – Kontrabass
Stephan Pfalzgraf – Klavier

Einführungs-Show: Arno the Breakdancer

Zum Konzept:

Musiker brauchen ein gutes Gehör: Sie können den Melodien anderer Musiker im Abstand weniger Millisekunden folgen. Die Lӛsung #9 erkundet die Möglichkeiten der Synchronisation zwischen einzelnen Spielern. In der allgemeinen Wahrnehmung steht die improvisatorische Interaktion von Jazzmusikern der ausführenden, agogisch-dynamischen Interaktion der klassischen Musiker gegenüber. Was, wenn sich in der Mitte dieser beiden Pole ein gemeinsames Zentrum befände? Eine Art uralte imitatorische Heterophonie, welche beide Elemente vereint; und was, wenn sich durch diesen Rekurs auf die Urform des gemeinsamen Musizierens ein quasi-hypnotischer Zustand einstellte, der auch das Publikum in seinen Bann zieht?

Wie immer ist die Verbindung von Anspruch und Unterhaltung zentrales Element der „Lӛsung“. Und wie immer ist Improvsiation der modus operandi. Alles kann gelingen, alles kann scheitern. So erhält der Abend eine Frische, die keine Netflix-Show jemals erreicht.

www.stephanpfalzgraf.de

Ausgabe #8 : Welt-Exegese

Kommentarspur (parallel mit dem Video starten)

In der aktuellen Ausgabe der Lӛsung kommentiert Pfalzgraf auf pianistische und literarische Weise seine Kollegen, andere Medien und sich selbst. Und er wird kommentiert, von Kollegen, der Stimme aus dem Off und natürlich von Ihnen, liebes Publikum!

» bisweilen erscheint es dem wanderer, als sei dieser berg überzogen von einer grünen haut, und als sei die natur überhaupt nichts anderes als ein grüner, in der ferne bläulich verblassender überzug auf dem gestein; und dann wieder denkt es ihn, dass ja auch die vegetation nichts anderes ist als eine komplexere organisationsform von gestein, wenn man so will. was ist eine pflanze anderes als ein lebender, wachsender stein? und demnach, so denkt es ihn, konnte man die natur begreifen als etwas, das sich selbst kommentiert, indem sie sich mit immer neuen und immer komplexeren schichten ihrer selbst überzieht. alles was ist, eine einzige anmerkung zur aussage: planet erde. auf dem flüssigen kern sitzen immer festere, geformte gesteinsschichten, darauf wachsen pflanzen als überzug, und sie unterscheiden sich nur durch ihre baupläne. Ihre bestandteile sind die selben elemente. und von diesen pflanzen ernähren sich die tiere, die ihrerseits lediglich ein belag auf den pflanzen sind, und kommentieren jene, indem sie sie anbauen und stutzen. und an den stränden liegen die tiere, wie ornamente derselben, wie laufende hunde und mäander, menschenmaßwerk. und wenn die tiere und pflanzen sterben, geben sie wiederum einen schlichteren kommentar ab in form ihrer bestandteile, werden zu öl oder kohle, aus denen dann andere tiere abermals ornamente in form von leuchtendem rauch und rasendem metall schaffen werden.«

Stephan Pfalzgraf : Piano und Text
Gäste : Anastasia Churbanova, Jan Dittmann, Johannes Hamm

Ausgabe #7

Die Lӛsung #7 – Klavier- und Textimprovisation

Die Lӛsung ist ein Ort der Inspiration, der Kontemplation, der Ästhetik: Nie weiß man, was auf einen zukommt, jedesmal verlässt man den Ort anders, als man ihn betreten hat. Einmal im Monat konfrontiert Pfalzgraf sein Publikum und sich selbst mit einer Aufgabe, einem Problem, einem Geistesblitz – aus welchem dann ein ganzes abendfüllendes Werk erwächst. Dieses mal wird es noch kompromissloser, noch reduzierter, noch schöner: Denn die Pandemie hat den Künstler kreativ bis auf den letzten Tropfen ausgesogen. Er hat kein Konzept, an dem er sich festhalten kann, keine Partner, die ihm die Bälle zuspielen. Zehn Finger, ein Flügel, ein Mikrofon. Mehr ist da nicht, und doch liegt gerade darin die große Chance: ein Werk aus reinstem Nichts zu schaffen, sich selbst an den Schnürsenkeln aus dem Sumpfe ziehen.

Ausgabe #6: Improvisationsmeisterschaften

Freunde des gepflegten Ball- und Ton-Sports, es ist soweit!
Die Regionalliga in der Kategorie Klavier-Improvisation Herren Ü30 kommt aus der Sommerpause. Allein aufgrund der Skurrilität der Disziplin „Klavierimprovisation“ kann Stephan Pfalzgraf mit Konkurrenzlosigkeit rechnen. Das wird ihm aber nicht viel helfen, denn die beinharten Tonsportexperten Michi Schreiner und Jan „Didi“ Dittmann kleckern nicht, sie holzen. Was da aus der Pressetribüne auf den Sportsfreund einprasselt, ist fast schon Angriffspressing. Mit Sachverstand und Sprachwitz kommentieren sie das Spielgeschehen auf dem Rasen – pardon – den Tasten – und heizen dem Spieler gehörig ein.

Die Grundidee der Veranstaltung besteht darin, mittels eines Kommentars durch Musiker, die sowohl im musiktheoretischen als auch im sportlichen Kontext bewandert sind, komplexe musikalische Sachverhalte verständlich zu machen. Improvisierte Musik lebt von der Anteilnahme des Publikums; doch während die Kunstform durch hohen Anspruch an Perfektion im 20.Jahrhundert in Vergessenheit geraten ist, hat sie sich auch weiterentwickelt, sodass es sinnvoll wird über ein didaktisches Element für Vermittlung zu sorgen. So wird es sowohl dem interessierten Laien als auch dem Musiklieberhaber möglich, eine hochkomplexe Musik als gute Unterhaltung zu genießen.

Ausgabe #5: Variantionen in Jazz und Klassik

Ausgabe #4: Harmonie-Lehre

Ausgabe #3: Improvisationswissenschaft

Ausgabe #2: Stimmen

Ausgabe #1: Expressionistischer Abend

(Die Lesung, Die Lösung, Was ist Die Lӛsung? Was ist die Lësung?)