Stephan Pfalzgraf

Wort- und Tonkünstler

tag 22

ich treibe mein dasein heinein in die holztische alter cafés, deren rege produkte mich aufrechterhalten. ich schreibe es überall hin:…

tag 21

gedanken an früheres, raunen aus letzten jahrzehnten, ein driften im glasperlenspiel einer gegenwart schaumiger prismen gewesener zeitalter. elend ertaste ich…

tag 20

ein funkelnder tag birgt ein kratzen. die sandanemonen am bordstein erliegen den fehltritten achtsamer fußgänger. watend durch feste empfindungen strebe…

tag 19

ich atme absenz, sie ist dicklich wie molke, viskos in den nüstern, ich stürzte zu boden und grub mein gesicht…

tag 18

schon beim betreten der wohnung gewahre ich seltsame konstellationen. im raum schweben reste vertrauter gerüche. dein blick ist durchsetzt von…

tag 17

ich erwache, gebadet im eindruck den zeitpunkt des endes zu kennen, aus unruhigen träumen. das datum ist weg und geblieben…

tag 16

ich klapperte morgens per drahtesel südwärts die rheinaue runter. die tagpfauenaugen, kohlweißlinge sonnten sich keck auf dem pfad und verweigerten…

tag 15

wie soll ich nur sagen, dass sagen unmöglich ist? chancenlos ungestalt sitze ich zuckend und schreibe und lösche das eben…

tag 14

die alte eismaschine klappert müde vor sich hin, wir haben sie heut nacht gestohlen aus der aufgegebenen fabrik. der tiefe…